Methodik & Berechnung

Damit du den Zahlen nicht blind vertrauen musst: Hier steht offen, wie der Rechner arbeitet – von der Simulation bis zur letzten Annahme.

1. Stündliche Simulation über ein ganzes Jahr

Kern des Rechners ist keine Faustformel, sondern eine Simulation über 8.760 Stunden – jede Stunde eines vollen Jahres. Für jede Stunde wird bilanziert, wie viel Solarstrom erzeugt wird und wie viel Haushalt und Auto verbrauchen.

Die Sonnenerträge stammen aus realen Wetterdaten (PVGIS-SARAH3, Wetterjahr 2020) für einen typischen Standort in Deutschland. Der Haushaltsverbrauch folgt dem Standardlastprofil H25 des BDEW – also einem realistischen Tages- und Jahresverlauf eines Einfamilienhaushalts.

2. So wird der Solarstrom in jeder Stunde verteilt

In jeder Stunde geht der Strom nach einer festen Rangfolge dorthin, wo er am meisten wert ist:

Weil das Stunde für Stunde passiert, bildet der Rechner ab, was zeitlich wirklich zusammenpasst: Mittagssonne mit einem Auto, das tagsüber weg ist, bringt eben wenig – ein Speicher oder ein anwesendes Auto dagegen viel.

3. Die Wirtschaftlichkeit über 25 Jahre

Aus den Energiemengen wird ein Cashflow über 25 Jahre. In jede Jahresbilanz fließen ein:

4. Die wichtigsten Kennzahlen

Kapitalwert (über 25 Jahre): alle Ein- und Auszahlungen, abgezinst auf heute, minus Investition. Positiv = die Anlage bringt über die Laufzeit mehr ein, als sie kostet.
Rendite (IRR): die jährliche Verzinsung deines eingesetzten Geldes – vergleichbar mit einem Zinssatz.
Amortisation: das Jahr, in dem sich die Investition zurückverdient hat (die Linie im Diagramm die Null kreuzt).
Eigenverbrauchsquote: welcher Anteil deines Solarstroms selbst genutzt statt eingespeist wird.
Autarkiegrad: welcher Anteil deines Verbrauchs aus eigener Erzeugung/Speicher statt aus dem Netz kommt.

5. Standard-Annahmen

Diese Werte sind hinterlegt – die meisten kannst du im Rechner über die Regler an deine Situation anpassen:

GrößeStandardwert
Strompreis heute0,37 €/kWh
Strompreis-Steigerung3 % pro Jahr
Einspeisevergütung7,78 ct/kWh
Kalkulationszins (Diskontierung)4 %
PV-Anlage1.500 €/kWp
Batteriespeicher750 €/kWh
Wallbox (laden / bidirektional)1.200 € / 6.000 €
Wirkungsgrad Speicher / V2H90 % / 80 %
Laufende Kosten15 €/kWp pro Jahr
Wechselrichter-Tausch / Speicher-Ersatz~Jahr 12 / ~Jahr 16
§14a-EnWG-Reduktion150 €/Jahr
Betrachtungszeitraum25 Jahre
Wetterdaten / LastprofilPVGIS-SARAH3 2020 / BDEW H25

6. Warum das E-Auto ohne Kaufpreis gerechnet wird

Der Rechner beantwortet die Frage: „Lohnt sich die Kopplung von Photovoltaik und E-Auto, wenn ich das Auto ohnehin habe?" Das Auto ist eine Mobilitäts­entscheidung – kein Teil der Solar-Investition. Deshalb zählt bei den E-Auto-Varianten nur die Wallbox zur Investition, nicht der Fahrzeugpreis.

Würde man die 30.000–50.000 € für das Auto der Solaranlage anlasten, wären alle E-Auto-Varianten automatisch stark negativ – und die eigentliche Aussage („bringt die Kopplung etwas?") ginge unter. Sinnvoll vergleichbar wäre ein Auto-Kaufpreis nur gegen einen Verbrenner (Kaufpreis + Sprit + Wartung), was ein ganz anderer Rechner wäre.

7. Warum die Anwesenheit des Autos zählt

Bidirektionales Laden (Auto speist ins Haus zurück) und das Solarladen des Autos funktionieren nur, wenn das Auto dann zuhause steht, wenn die Sonne scheint. Bei einem klassischen Pendlerprofil ist es tagsüber unterwegs – genau in der ertragreichsten Zeit. Deshalb kannst du Abfahrt und Rückkehr selbst einstellen und siehst sofort, wie stark das die Wirtschaftlichkeit verändert.

8. Grenzen des Modells

Ehrlich bleibt ehrlich – deshalb die Grenzen:

Kurz gesagt: Der Rechner nimmt reale Wetter- und Verbrauchsdaten, spielt ein Jahr Stunde für Stunde durch und bewertet das Ganze über 25 Jahre mit offen gelegten Annahmen. Nutze ihn, um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen – und hol für eine echte Entscheidung konkrete Angebote ein.
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